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Vorschau: FC Wil - FC Gossau
„Werden die Kurve kriegen“
Der FC Wil spielt am Montagabend das Heim-Derby gegen den FC Gossau.

Nach 16 Tagen ohne Meisterschaftsspiel gilt es für den FC Wil am
Montag wieder ernst. Der Bergholz-Klub spielt ab 20.10 Uhr im Bergholz
gegen Gossau und hat sich dabei das Ziel gesetzt, wieder auf die
Siegerstrasse zurückzukehren. Trainer Didi Münstermann ist überzeugt,
dass mit dieser Mannschaft mehr möglich ist, als diese in den letzten
Spielen gezeigt hat.
Es ist schon eine ganze Weile her, seit der FC Gossau letztmals ein
Meisterschaftsspiel auf dem Bergholz gewonnen hat. Seit dem Aufstieg
der Wiler in die damalige Nationalliga B im Jahr 1992 konnte sich der
östliche Nachbar nie mehr über einen Vollerfolg in Wil freuen. Dafür
musste er einst nach einer 1:0-Führung mit einer 1:10-Packung nach
Hause. Der einzige Sieg der Gossauer in der Äbtestadt datiert von Ende
Januar 2008, als er ein Testspiel mit 3:2 gewann.
In der aktuellen Spielzeit scheint die Möglichkeit für Gossau so gut
wie schon lange nicht mehr, auf dem Bergholz drei Punkte zu gewinnen.
Es wäre der erste Sieg der Mannschaft von Trainer Alex Kern seit dem
22. April und dem 1:0 im Heimspiel gegen Schaffhausen. Ein Erfolg hätte
zur Konsequenz, dass Gossau die Wiler in der Tabelle überholen würde
und sich die Äbtestädter im Abstiegskampf wiederfänden.
Motivierte Spieler
Soweit soll es – geht es nach den Wilern – nicht kommen. Trotzdem
ist vor dem Gegner genügend Respekt vorhanden. Jedem Spieler sollte
nach den Darbietungen in den letzten Spielen klar sein, dass gegen
Gossau neuerlich eine heikle Aufgabe bevorsteht. Denn der Gegner von
Montag hat zwar in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen, war aber
gelegentlich schon nahe dran und hatte in jedem Spiel eine längere
Phase, in der er der zweithöchsten Liga würdig auftrat. Wils Trainer
Didi Münstermann hat den nächsten Gegner beobachtet und ist zum Schluss
gekommen, „dass sie eine gut organisierte, junge und willige Mannschaft
sind.“
Der Berner möchte den Fokus aber auf das eigene Team legen. Dort
gibt es genügend Punkte, an denen derzeit zu arbeiten ist. „Jeder muss
bei sich Korrekturen anbringen“, sagt Münstermann und ergänzt: „Ich bin
überzeugt, dass wir mit dieser Mannschaft die Kurve kriegen werden.“
In beiden Lagern werden die Akteure besonders motiviert sein.
Einerseits wird das Spiel im Fernsehen übertragen, andererseits ist es
ein Derby. Ganz besonders heiss werden zwei „Überläufer“ sein. Ifraim
Alija gelangte in Wil zu einem Einsatz in der Super League, wechselte
dann via U21-Team des FC St. Gallen zu Gossau, wo er in der vergangenen
Saison mit sechs Toren bester Torschütze war. Nun trägt er wieder das
Dress der Äbtestädter.
Erster Heimsieg im Visier
Bei Gossau brennt Claudio Holenstein auf den Montag. Er erzielte in
der vergangenen Saison beim Auswärtsspiel des FC Wil in Schaffhausen
seinen ersten Treffer in der Challenge League und verletzte sich in der
Folge. Nachdem er sich im letzten Frühling in der zweiten Mannschaft
der Wiler wieder herangetestet hatte, wurde er diesen Sommer an Gossau
ausgeliehen, wo er – wiederum gegen Schaffhausen – sein erstes Tor für
sein neues Team erzielte.
Auf Wiler Seite dürfte sich die personelle Situation im Vergleich zu
den drei vorangehenden Spielen etwas entspannen. Alija und auch Dario
Lezcano werden in die Mannschaft zurückkehren und für Stabilität
sorgen. Dafür dürfte Nicolas Huber endlich zu seiner Pause kommen,
damit er sich von seiner Schambeinverletzung erholen kann, die ihn
schon längere Zeit plagt. Gossau muss auf Mirco Graf verzichten, der
erst Ende August von St. Gallen übernommen wurde und im Spiel gegen
Schaffhausen eine harte Ampelkarte kassierte.
Für Spannung ist am Montag gesorgt. Aus Wiler Sicht bleibt zu
hoffen, dass man nach der Länderspielpause einen erstarkten
Bergholz-Klub zu sehen bekommt, der in dieser Saison den ersten Sieg
vor heimischem Publikum einfahren kann.

Trainer Didi Münstermann hat Respekt vor dem FC Gossau.

Ob trotz TV-Übertragung wieder über 2200 Zuschauer kommen wie letztes Jahr?
Bericht: Simon Dudle
Archivbilder: Deborah Rutz
09.09.09